- Am Ende aller Jahreszeiten
Dienstag, 13. Oktober 2009 0:11
Heut wär ich gerne bei dir,
hielte deine Hände,
streichelte dein zartes Gesicht,
und mit dem Daumen führe ich über deine Lippen
sanft
wie der weiche Hauch
des ersten Frühlingswindes.
du?
Hör,
unsere Musik.
Hörst du!
Sie spielen nur für uns.
Lach nicht,
ich weiß
sie kommt aus dem Kasten an der Wand
doch es ist unsere Musik
und deshalb nur für uns!
du, wo?
Spürst du die Töne
wie sie
wie die Tropfen des Sommerregens
auf das Dach trommeln,
in dein Ohr springen,
deinen Kopf füllen,
deine Beine bewegen
und dein wundervolles Lächeln
in deine Augen zaubern?
du, wo nur?
Fühlst du den Druck
der Kissen
in deinem Rücken
die ich für dich hingelegt habe,
damit du dich räkeln kannst
und deine Glieder sich entspannen.
du, wo bist du?
Riechst du die feuchten Wiesen
auf denen das bunte Herbstlaub modert,
die kringelnden Rauchfäden
aus dem Kamin
den ich dir baute.
oh du, wohin bloß?
Schmeckst du die Schwere des Weines
der rot und voll in den Gläsern schimmert,
beschienen vom Kerzenlicht
des strahlenden Tannenbaums
den ich dir gestern schlug im Wald.
sag, du, wo bist du jetzt nur?
Liebst du mich?
Bemerkst du mich wenn ich da bin?
Vermisst du mich wenn ich weg bin?
Denkst du an mich wenn du allein bist?
Sehnst du dich,wenn du einsam bist,
nach unseren Tagen und Nächten
vergangener Jahreszeiten
an denen wir uns nah waren,
und uns riechen, fühlten, spüren, hören wollten -
jeden Augenblick?
Wo sind die Augenblicke hin?
Wem haben wir sie verschenkt?
Haben wir sie verkauft?
Gingen sie uns verloren?
Ich wär so gerne bei dir,
ich hielte dich so gern in meinen Armen.
ich wollte wieder deinen Atem hören,
ganz leise an meinem Ohr,
und an meine Brust gelehnt,
würde dein Kopf schwer,
und langsam und so sanft,
käme der Schlaf zu dir
als Entführer in das Reich seiner Träume.
Ich dürfte dich begleiten
und du würdest mich nicht verlassen.
Du wolltest deinen Schlaf stets mit mir teilen
deine Nächte stets mit mir lieben - hinein in unsere Tage.
Ich wünschte mir,
die Jahreszeiten aller Zeiten mit dir zu teilen.
Ich finde dich nicht mehr.
ich weiß wo du bist.
weit weg von mir,
weg von hier,
nie mehr
nie mehr hier.
morgen werde ich dich besuchen,
die knospen an der eiche
werden schon dicker
der wind lauer
die sonne wärmer.
es würde dir gefallen.
ach, was sage ich,
ich weiß ja, dass es dir gefällt.
du hast den blick auf den see so geliebt.
du brauchst jetzt nie mehr darauf zu verzichten.
…..und ich brauche nie mehr auf dich zu verzichten.
Thema: - Jahreszeit | Kommentare (2) | Autor: ghita