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- Fluchtpunkt

Donnerstag, Februar 4th, 2010

Ich bin hineingeworfen aus der Ewigkeit der Zeit in ihre Endlichkeit.
Und doch streife ich die Flügel dieser Ewigkeit nicht ab, sie sind Teil vom Ganzen.

Wir wurden aus den Nestern gestoßen, wir sollten fliegen lernen.
Parallelwesen in Paralleluniversen in Parallelzeiten.

Ende gehört dem Anfang und ist unausweichlich.
Die Existenzgrundlage fürs Sein, nicht umgekehrt.
Die Langsamkeit dieser Existenz sollte ihre Strafe sein und doch schaffen wir uns Abhilfen.
Wir nehmen uns Menschen, Orte, Gegebenheiten - machen daraus das Flickwerk das wir Leben nennen.
Eine Decke die nie wirklich wärmen kann. Was fehlt ihr?
Zu löchrig? Zu dünn gewebt, schlechte Fäden?
Wir hatten niemals Anderes und bleiben scheinbar zufrieden.

Und nun dies.
Zwei wie wir.
Zwei Parallelleben.
Die meisten Schritte unseres Weges haben wir hinter uns,
hatten wir hinter uns,
an einem Tag
in einem Bahnhof
in einer Stadt
am Rande aller Welten.
Dabei sind unsere Zeiten in den Zeiten der Zeit, kleine Zeiten.
Wir sind ihre Wimpernschläge, mehr nicht.
Und innerhalb der Bewegung dieses einen Wimpernschlages trafen wir aufeinander.
War es von Bedeutung?
Es war ein Hinbewegen hin zu diesem Augenblick, und zu denen die folgen sollten.
Hin zum Fluchtpunkt, heraus aus den Parallelwelten, heraus aus der unbeweglichen Zeit der Existenz.
Bis zu diesem Augenblick erschien uns niemals fragwürdig, was das Leben war.
Wir lebten es.
Hatten wir uns gesehnt?
Ja.
Doch wonach, das hatte keine Namen.
Haben Gefühle Namen, wenn sie fremd sind?

Ich bin auf dich zugegangen, in dich hineingefallen.
Du hast mich aufgehalten, mir den Rahmen geboten in den ich mich schmiegte.
In einem einzigen Augenblick.
Dann gingen wir. Fremd und selbstverständlich. Warum auch nicht.

An Bahnhöfen fährt man weg oder man kommt an.Wir gehörten zu den Ankommenden. 
Aus den Paralleluniversen hin zum unvermeidlichen Punkt der Ankunft,als Ende gelebter Flucht.
Wer hat uns hierhergeführt?
Die ewige Weisheit?
Weil wir Teil von ihr sind?
Wir weigern uns immer noch sie zu erkennen.
Ist das der Teil in uns, der sich angepasst hat?
Das Ganze, das wir bis hierher schufen, wurde zu dem Teil der sich jetzt weiterbewegen wird.
Wir haben unsere Zeit angehalten um sie ihm mitzugeben.

Nun trägt dieser Teil, geschaffen aus unser beider Sein,unsere Seelen mitten in der allgegenwärtigen Zeit hinein in die Ewigkeit.
Dort kommen wir als Ganzes an, wo wir es mal als Einzelne verließen.

Wir werden wieder hineingehen in die Ewigkeit dieses Flusses und dafür sorgen, dass unser Sein ihn vermehrt,sich weitergibt,
und wieder und immer wieder
wiedergeboren wird als Teil der Zeit,
die sie ans Universum verschenkt.

Es ist so.
Wir sind längst ewig.
Wir sind längst ganz.
Wir sind längst geheilt.
Wir sind angekommen.