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- Glück -Träume

Donnerstag, Januar 7th, 2010

Mein Arbeitsplatz liegt in einem weitläufigen Gebäude, das von Grünflächen umgeben ist.
Vor dem Eingang erstreckt sich eine lange Wiese, und auf dieser saßen heute Morgen drei Enten. Ich blieb stehen um sie zu beobachten.
Plötzlich erhob sich eine Ente und kam langsam watschelnd auf mich zu. Es war ein Genuss zuzuschauen, wie ihr kleiner gedrungener Körper sich auf mich zu bewegte. Kurz vor mir blieb sie stehen und schaute zu mir hoch.
Ich lächelte sie an, erzählte ihr, wie schön sie sei, wie wundervoll ihr kleines Köpfchen im Licht glänze und dass ihre grün-blau schimmernden Federn meine Augen und mein Herz erfreuen. Höflich dankte ich ihr, dass sie mich mit ihrer Anwesenheit beehrt hat.
Sie reckte noch einmal kurz und gnädig ihren Kopf, drehte sich um und watschelte zu ihren Freunden zurück.
Ich war glücklich und dankbar, dass sie mir ihre Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Glück - das war oft, wenn mir mein Hund von unten in die Augen blickte,
wenn er seine Nase in den Wind streckte.
Glück war, wenn ich dem Klopfen des Spechts zuhören konnte,
der erfrischende Geruch der Natur nach einem Platzregen,
das Landen einer Ente im Teich vor meinem Fenster,
die glänzende Haut einer Blindschleiche in der Nachmittagssonne,
das Huschen eines Eichhörnchens auf der Buche am Waldrand,
die starre Haltung des Rehs im Morgennebel ehe es davon sprang,
das helle Kinderlachen auf dem Spielplatz,
das Streicheln weicher Hände über meine Wangen,
Wiedersehensfreude in den Augen von Freunden,
aufmunternde Worte auf einer Grußkarte,
in die Augen eines geliebten Menschen hineinlächeln,
die Sonne auf seiner Haut riechen,
die Schweißperlen an seinen Schläfen wegküssen,
keine Gedanken an Zeit und Raum und Endlichkeit…..

Die Suche nach dem Glück führt dazu, nach Träumen zu greifen,
nach der Erfüllung von Wünschen, Vorstellungen, Sehnsüchten, Illusionen.
Eine Gratwanderung, deren Ausgang unbekannt ist.

Kein Traum an sich ist illusorisch.
Erst wenn wir ihn leben wollen und ihn aus seinem Traum-Zustand in einen Realitäts-Zustand verwandeln wollen, wird unausweichlich seine Auflösung beginnen.

Dann erst kommen die ungnädigen Gesetze auf uns zu, die es bewirken, dass Träume sich in Illusionen auflösen.
Nicht der Traum an sich ist falsch, sondern der Versuch ihn in eine lebbare Realität umzuwandeln.
Dann stellt sich immer wieder die Frage: war es eine falsche Entscheidu Die Entscheidung, dass es genau dieser Traum sein sollte, den man sich erfüllen wollte?
Gibt es falsch gelebte Träume?
Und dann, kann man das im Voraus wissen?

Beim Schritt durch die Eingangstür ins Leben, erblickt man selten den Wegweiser Richtung Paradiesgarten.
Den entdeckt man im Laufe des Gehens auf dem eigenen Weg, für sich allein.
Und jeder Mensch hat seinen persönlichen Irrgarten.
Als verlockende Früchte hängen unsere Träume an seinen Wegrändern
oder versteckt im nebligen Hintergrund der Versprechungen.
Wir lassen uns verführen und müssen oft Umwege gehen,
bevor wir das Ziel erreichen - Zufriedenheit mit sich selbst und dem Leben.

Ich blicke hinaus und sehe die Wiese mit den Enten.
Noch immer leuchten ihre Federn hell im Sonnenlicht.
Glück.
So nah, und manchmal unsichtbar.
So nah……